Kreta: Deutscher Tourist nach Spionage-Verdacht wieder frei

Datum09.06.2026 17:45

Quellewww.spiegel.de

TLDREin deutscher Tourist durfte Kreta nach einer kurzen Festnahme wegen Spionage-Verdachts wieder verlassen. Der 56-Jährige hatte am Flughafen Chania Fotos von Flugzeugen und dem Gelände gemacht, was aufgrund erhöhter Wachsamkeit wegen des Iran-Konflikts zu Ermittlungen führte. Der Urlauber und seine Familie beteuerten, unwissentlich gegen lokale Vorschriften verstoßen zu haben. Sie setzen ihren Urlaub fort und planen, trotz des Vorfalls Kreta erneut zu besuchen.

InhaltEin deutscher Urlauber ist als mutmaßlicher Spion auf Kreta festgesetzt worden. Auf der griechischen Insel herrscht wegen des Irankriegs besondere Wachsamkeit. Nun ist der Tourist wieder frei. Ein deutscher Tourist auf Kreta ist nach einer Verhaftung wegen Spionage-Verdachts wieder frei. Die Festnahme und die Zeit in Gewahrsam seien für ihn, seine Frau und seine Tochter ein Schock gewesen, berichtete das kretische Onlineportal Neakriti unter Berufung auf den Anwalt des Mannes. Der 56-Jährige war am Samstag festgenommen worden, weil er verdächtige Fotos am Flughafen von Chania gemacht hatte. Der Tourist hatte demnach in einem sicherheitsrelevanten Bereich Flugzeuge sowie das Flughafengelände fotografiert. Dort ist die Polizei vor dem Hintergrund des Kriegs zwischen den USA und Israel einerseits und Iran andererseits derzeit besonders wachsam. So werden westliche Stützpunkte in der Region, darunter die Basis der US-Marine und US-Luftwaffe in Souda auf Kreta, verstärkt überwacht. Unter anderem, um mögliche Spione dingfest zu machen. Der Mann habe von Beginn an seine Unschuld beteuert, hieß es bei Neakriti. Die Urlauber seien nicht über die dort geltenden Informationen informiert gewesen und hätten nicht gewusst, dass man nicht fotografieren dürfe. Sie wollen den Urlaub dem Bericht zufolge nun fortsetzen. Der 56-Jährige erklärte demnach, der Vorfall werde ihn nicht davon abhalten, künftig erneut nach Kreta zu reisen.