Datum09.06.2026 14:50
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Taliban schlugen in Herat, Afghanistan, gewaltsam gegen Proteste vor, die sich gegen die Kleiderordnung richteten und durch die Festnahme von Frauen ausgelöst wurden. Augenzeugen berichten von mindestens einem Toten, Verletzten und Dutzenden Festnahmen. Die UN zeigten sich alarmiert über "exzessive Gewalt" gegen friedliche Demonstranten und forderten eine Untersuchung. Die Taliban-Behörden bestreiten die Berichte.
InhaltIn Afghanistan haben die Taliban Proteste gegen Kleidervorschriften gewaltsam niedergeschlagen. Die UN zeigten sich alarmiert über "exzessive Gewalt". Einheiten der Taliban sind in der westafghanischen Stadt Herat gewaltsam gegen einen Protest für Frauenrechte vorgegangen. Auslöser war die Festnahme von Frauen durch die sogenannten Sittenwächter, denen Verstöße gegen die geltende Kleiderordnung vorgeworfen wurden. Nach Angaben von Augenzeugen wurde mindestens eine Person getötet, mehrere verletzt und dutzende festgenommen, darunter Frauen und Mädchen. Die Taliban-Behörden bestätigten weder Opfer noch Verhaftungen. Das zuständige Ministerium wies Berichte über Festnahmen durch die Sittenwächter zurück. Videoaufnahmen aus Herat zeigen, wie bewaffnete Beamte die Demonstration auflösen, unter den Protestierenden sind auch vollverschleierte Frauen. In einer Szene rennen Menschen in Deckung, während im Hintergrund Schüsse zu hören sind. Auf weiteren Aufnahmen ist zu sehen, wie in Menschenmengen gefeuert und Personen mit langen Gegenständen geschlagen werden. Die Echtheit der Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen. Die Vereinten Nationen kritisierten den Einsatz von Gewalt gegen "dem Anschein nach friedliche Protestierende". Er sei alarmiert über die exzessive Gewalt in Herat, schrieb der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, Richard Bennett, auf der Plattform X. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.