Urteil: Gipsabbau: Gericht bestätigt Naturparkverordnung Südharz

Datum09.06.2026 11:04

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Oberverwaltungsgericht Thüringen hat die Naturparkverordnung Südharz bestätigt und den Antrag eines Bergbauunternehmens, diese für unwirksam zu erklären, abgelehnt. Die Verordnung verbietet oberirdischen Gipsabbau und die Ablagerung von Abraum im Naturpark, erlaubt aber unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen. Das Unternehmen sieht seine Rechte eingeschränkt. Gipsabbau ist in der Region seit Jahren umstritten, wobei Umweltschützer die Landschaft schützen wollen und Wirtschaftsvertreter auf Arbeitsplätze verweisen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Urteil“. Lesen Sie jetzt „Gipsabbau: Gericht bestätigt Naturparkverordnung Südharz“. In einem Rechtsstreit um den Gipsabbau in der Südharzregion am Thüringer Oberverwaltungsgericht hat ein Bergbauunternehmen eine Niederlage erlitten. Das Gericht lehnte den Antrag des Unternehmens ab, die Verordnung über den Naturpark Südharz für unwirksam zu erklären, wie das Gericht mitteilte. Die Verordnung verbietet es, Bodenschätze oder Bodenbestandteile oberirdisch abzubauen oder Abgebautes oberirdisch abzulagern, wie der Paragraf 4 besagt. Das klagende Unternehmen aus Nordthüringen sieht sich durch die Verordnung in seinen Abbau- und Produktionsrechten eingeschränkt und hatte sie deshalb gerichtlich prüfen lassen. Im Südharz lagern bedeutende Gipsvorkommen. Die Naturparkverordnung stammt von 2010. Unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sie Ausnahmen vom Abbauverbot, wie ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums erläuterte. Wo die Regionalplanung dem Bergbau einen Vorrang eingeräumt habe, sei ein Abbau im Naturpark weiterhin möglich. Revision ließ das Oberverwaltungsgericht nicht zu. Das klagende Unternehmen aus Nordthüringen, das Gips und Anhydrit abbaut, habe die Möglichkeit, gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einzulegen. Die schriftliche Urteilsbegründung steht laut Gericht noch aus. Der Gipsabbau ist ein seit Jahren kontrovers diskutiertes Thema in der Region. Umwelt- und Naturschützer in Thüringen setzen sich schon lange gegen den Gipsabbau im Südharz ein. Sie fürchten um die einmalige Karstlandschaft und den Lebensraum von geschützten Tier- und Pflanzenarten. Wirtschaftsvertreter und auch die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie verweisen hingegen auf Hunderte von der Gipsindustrie abhängige Arbeitsplätze in der Region. © dpa-infocom, dpa:260609-930-194764/1