Datum09.06.2026 09:44
Quellewww.spiegel.de
TLDRNintendo zahlt in Frankreich 35 Millionen Euro Strafe wegen fehlerhafter Joy-Con-Controller. Die französische Behörde wirft Nintendo irreführende Geschäftspraktiken vor, da das Unternehmen Verbraucher nicht transparent über das "Stick-Drift"-Problem informierte und dies erst ab 2020. Dies verhinderte, dass Betroffene rechtzeitig Kundendienst in Anspruch nahmen. Nintendo akzeptierte die Strafe als Vergleich, betonte aber, dass dies kein Schuldeingeständnis sei.
InhaltManche Joy-Con-Controller für die erste Switch-Konsole waren recht fehleranfällig. In Frankreich führten das Problem und Nintendos Umgang damit zu einer Untersuchung. Sie endet nun mit einer Geldbuße. Im Zuge eines Streits um zu schnell kaputtgehende Gamepads für seine Konsole Switch zahlt das europäische Tochterunternehmen von Nintendo in Frankreich eine Strafe in Höhe von 35 Millionen Euro. Wie die französische Wettbewerbs- und Anti-Betrugsbehörde DGCCRF mit Sitz in Paris mitteilte , akzeptierte Nintendo of Europe die als Vergleich angebotene Geldbuße, um eine Untersuchung wegen irreführender Geschäftspraktiken zu beenden. Nach Auffassung der französischen Behörde informierte Nintendo of Europe, das zu dem großen japanischen Videospielkonzern gehört, Verbraucherinnen und Verbraucher nicht transparent über Defekte bei bestimmten Joy-Con-Controllern der 2017 erschienenen ersten Switch. Im Mittelpunkt steht dabei ein als Stick-Drift bekanntes Problem, das unter anderem zu ungewollten Bewegungen von Spielfiguren führt. Die Joy-Con-Controller sind kleine Gamepads, die sich kabellos verwenden lassen. Alternativ kann man sie auch an der Konsole befestigen. Die DGCCRF wirft Nintendo of Europe vor, dass das Unternehmen erst ab 2020 und nicht bereits ab dem Zeitpunkt, an dem es selbst von dem Problem wusste, über das Stick-Drift-Problem informierte. Die "verspätete und unvollständige Kommunikation" habe Betroffene davon abgehalten, den Kundendienst von Nintendo in Anspruch zu nehmen, und einige dazu veranlasst, neue Controller zu kaufen, heißt es in der Mitteilung der Behörde. Das Verhalten habe zwischen 2018 und 2023 eine irreführende Geschäftspraxis dargestellt. 2023 verpflichtete sich Nintendo of Europe offiziell europaweit, vom Defekt betroffene Controller kostenlos zu reparieren, auch in den Fällen mit abgelaufener gesetzlicher Gewährleistungsfrist. Nintendo of Europe betonte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass die Zustimmung zum Vergleich kein Schuldeingeständnis darstelle. Sie spiegele lediglich die "gütliche Beilegung eines rechtlichen Verfahrens" wider. Während der Untersuchung bestritt das Unternehmen seinen Angaben zufolge, Verbraucher und Verbraucherinnen absichtlich in die Irre geführt zu haben. "Mitte 2019 wies Nintendo die Kundendienstteams an, alle Verbraucherprobleme im Zusammenhang mit Joy-Con offen und nachsichtig zu lösen", heißt es in der Stellungnahme. Seit vergangenem Jahr ist bereits der technisch aufgerüstete Nachfolger der Switch auf dem Markt, die Switch 2. Von der ersten Switch-Generation wurden laut Angaben von Nintendo mehr als 155 Millionen Geräte in verschiedenen Varianten verkauft, von der Switch 2 bisher knapp 20 Millionen.