Datum09.06.2026 09:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDie GEW schätzt den Investitionsstau beim Schulbau in Hessen auf mindestens sechs Milliarden Euro, möglicherweise sogar mehr. Trotz leicht gestiegener Ausgaben 2024 sind die Kommunen finanziell überfordert. Die Gewerkschaft fordert ein Schulbauinvestitionsprogramm vom Land, da die Schulträger laut Kultusministerium primär zuständig sind. Die Ausgaben pro Schüler variieren stark regional.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Marode Schulen“. Lesen Sie jetzt „GEW: Sechs Milliarden Euro Investitionsstau beim Schulbau“. Trotz moderat gestiegener Schulbauausgaben im Jahr 2024 schätzt die Bildungsgewerkschaft GEW den Investitionsstau an den hessischen Schulen weiterhin auf sechs Milliarden Euro. "Möglicherweise liegt der Wert auch deutlich höher. Leider will die Landesregierung es nicht genau wissen und verweigert eine Abfrage", sagt der Vorsitzende der GEW, Thilo Hartmann. Die Schätzung der GEW beruht auf Angaben des Statistischen Landesamts und eigenen Recherchen. "In jedem Fall sind die hessischen Kommunen nicht in der Lage, den bestehenden Investitionsbedarf im Schulbau zu decken", sagt Hartmann. So sieht die Gewerkschaft auch das Land in der Pflicht und fordert ein Schulbauinvestitionsprogramm. Die schwache Entwicklung der Schulbauausgaben und die prekäre Finanzlage der Kommunen drohten das Problem maroder Schulen zum Dauerproblem werden zu lassen. Das hessische Kultusministerium erklärte auf Anfrage, dass für Schulbau und Schulinfrastruktur die Schulträger, also kreisfreie Städte und Kreise, zuständig seien. Dafür würden sie vom Land und vom Bund unterstützt werden, hieß es. Laut Berechnungen der GEW sind die realen Investitionen und Unterhaltungsausgaben an den Schulen in Hessen 2024 moderat gestiegen. Landesweit wurden zwischen 1992 und 2024 im Schnitt pro Schüler und Schülerin 804 Euro jährlich ausgegeben. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor lag der Wert bei 795 Euro. Dabei gab es regional große Unterschiede: Der Hochtaunuskreis gab laut GEW mit durchschnittlich 1.500 Euro am meisten aus. Schlusslicht war die Stadt Kassel mit 331 Euro. Zu den Kreisen, die zuletzt deutlich aufgeholt haben, zählt die Gewerkschaft beispielsweise Groß-Gerau, der inzwischen bei 1.109 Euro pro Kopf liege. Beim Investitionsstau an Hessens Schulen war die GEW bereits im vergangenen Jahr von sechs Milliarden Euro ausgegangen. Ein Jahr zuvor kam die GEW nach eigenen Berechnungen auf eine Summe von mindestens fünf Milliarden Euro, die investiert werden müsse. © dpa-infocom, dpa:260609-930-194106/1