Konjunktur: Wirtschaft wächst in zwölf Bundesländern

Datum09.06.2026 08:40

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Wirtschaftswachstum in Deutschland war im ersten Quartal ungleich verteilt. Nur 12 der 16 Bundesländer verzeichneten Zuwächse, während Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen Rückgänge erlitten. Das ifo Institut führt dies auf die regionale Verteilung von Industriebetrieben und die Belastung durch hohe Energiepreise zurück. Standorte mit Rüstungsindustrie profitierten hingegen. Hamburg und Schleswig-Holstein zeigten die stärksten Schrumpfungen.

InhaltDas Wirtschaftswachstum im ersten Quartal verteilt sich auf die Länder nicht gleich: Berlin wächst etwa um fast ein Prozent, Nordrhein-Westfalen verzeichnet Rückgänge. Nur 12 der 16 Bundesländer haben im ersten Jahresquartal Wirtschaftswachstum verzeichnen können. Wie das Münchner ifo Institut errechnet hat, verteilte sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,3 Prozent im ersten Jahresviertel sehr ungleich auf die Länder. Während die Wirtschaft etwa in Berlin und Brandenburg um jeweils 0,9 und in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz um je 0,8 Prozent gewachsen ist, kam es in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen sogar zu weiteren Rückgängen gegenüber dem Vorquartal.  Den schlechtesten Wert verzeichnen dabei Hamburg und Schleswig-Holstein, wo die Wirtschaft demnach um 0,5 Prozent geschrumpft ist. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fiel der Rückgang mit 0,2 beziehungsweise 0,1 Prozent geringer aus. Mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung lebt in den vier Bundesländern, deren Wirtschaft im ersten Quartal schrumpfte.  Einen wesentlichen Grund für die ungleiche Entwicklung sieht das ifo Institut in der regionalen Verteilung von Industriebetrieben. So sei die Industrie zwar "stark in das Jahr gestartet", sagte ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann. Allerdings sei sie nun von hohen Energiepreisen belastet. Demgegenüber profitierten "Standorte mit einer ausgeprägten Rüstungsindustrie in Nord- und Westdeutschland in erheblichem Umfang von der Aufrüstung und Erneuerung des Verteidigungssektors", sagte Lehmann.  Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die vom ifo Institut ermittelten Werte ähnlich: Hier stehen Bayern und Berlin mit jeweils einem Prozent an der Spitze der Rangliste, an deren Ende Schleswig-Holstein ebenso wie beim Vergleich zum Vorquartal mit einem Rückgang von 0,5 Prozent steht.  Rheinland-Pfalz ist dabei das einzige Land, dessen Wirtschaft im Untersuchungszeitraum zwischen Juli 2025 und März 2026 zwei Quartale in Folge schrumpfte: Um 0,1 Prozent im dritten Quartal 2025 und um weitere 0,2 Prozent im letzten Jahresviertel. Sieben Bundesländer und damit knapp weniger als jedes zweite Land verzeichneten Wachstum in allen drei Quartalen. Auf den besten Wert kam dabei Niedersachsen im letzten Jahresviertel 2025 mit einem Plus von 1,1 Prozent, auf den schlechtesten das Saarland mit minus 0,8 Prozent im dritten Quartal vergangenen Jahres.