Konjunktur: Wirtschaft wächst in zwölf Bundesländern

Datum09.06.2026 08:23

Quellewww.zeit.de

TLDRIm ersten Quartal zeigte sich das deutsche Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent ungleich verteilt. Zwölf Bundesländer verzeichneten Zuwächse, während vier, darunter Nordrhein-Westfalen und Hamburg, Rückgänge erlebten. Das ifo Institut führt diese Entwicklung auf die industrielle Struktur zurück: Hohe Energiepreise belasten, während die Rüstungsindustrie Standorte in Nord- und Westdeutschland stärkt.

InhaltDas Wirtschaftswachstum im ersten Quartal verteilt sich auf die Länder nicht gleich. Eine wichtige Rolle bei der ungleichen Verteilung von Wachstum spielt die Industrie. Nur 12 der 16 Bundesländer haben im ersten Jahresquartal Wirtschaftswachstum verzeichnen können. Wie das Münchner ifo Institut errechnet hat, verteilte sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,3 Prozent im ersten Jahresviertel sehr ungleich auf die Länder. Während die Wirtschaft etwa in Berlin und Brandenburg um jeweils 0,9 und in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz um je 0,8 Prozent gewachsen ist, kam es in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen sogar zu weiteren Rückgängen gegenüber dem Vorquartal.  Den schlechtesten Wert verzeichnen dabei Hamburg und Schleswig-Holstein, wo die Wirtschaft demnach um 0,5 Prozent geschrumpft ist. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fiel der Rückgang mit 0,2 beziehungsweise 0,1 Prozent geringer aus. Mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung lebt in den vier Bundesländern, deren Wirtschaft im ersten Quartal schrumpfte. Einen wesentlichen Grund für die ungleiche Entwicklung sieht das ifo Institut in der regionalen Verteilung von Industriebetrieben. So sei die Industrie zwar "stark in das Jahr gestartet", sagte ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann. Allerdings sei sie nun von hohen Energiepreisen belastet. Demgegenüber profitierten "Standorte mit einer ausgeprägten Rüstungsindustrie in Nord- und Westdeutschland in erheblichem Umfang von der Aufrüstung und Erneuerung des Verteidigungssektors", sagte Lehmann.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.