Datum09.06.2026 03:30
Quellewww.zeit.de
TLDRSebastian Münzenmaier, stellvertretender Chef der AfD-Bundestagsfraktion, kandidiert für den Landesvorsitz der AfD Rheinland-Pfalz. Ziel sei es, "aus der Opposition an die Regierung" zu kommen und die Partei "inhaltlich, strategisch und personell zu professionalisieren". Die Wahl findet am 27. Juni in Bingen statt. Münzenmaier gilt als Teil des völkischen Flügels und ist gut vernetzt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Parteien“. Lesen Sie jetzt „Münzenmaier will AfD-Landesvorsitzender werden“. Der stellvertretende Chef der AfD-Bundestagsfraktion Sebastian Münzenmaier will neuer Chef der rheinland-pfälzischen Landespartei werden. "Wir wollen aus der Opposition an die Regierung", sagte Münzenmaier der Deutschen Presse-Agentur in Mainz zur Ankündigung seiner Kandidatur. "In der Fraktion haben wir dafür schon die Weichen gestellt und auch im Landesverband machen wir jetzt den nächsten Schritt und werden uns inhaltlich, strategisch und personell weiter professionalisieren", sagte der 36 Jahre alte bisherige Landesvize. Die bei der Landtagswahl deutlich gestärkte AfD wählt in knapp drei Wochen, beim Landesparteitag in Bingen (27. Juni) einen neuen Landesvorsitzenden. Ob der amtierende Vorsitzende Jan Bollinger erneut antritt, war zunächst unklar. Bollinger war bereits drei Tage nach dem deutlichen Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl überraschend als Fraktionsvorsitzender abgewählt worden. Die Landtagsfraktion führt seither Michael Büge an. "Wir wollen bei der nächsten Wahl klar um Platz 1 spielen. Dafür treiben wir nicht nur unsere Verankerung in der Fläche voran, sondern optimieren auch unsere organisatorischen Strukturen und unsere Kampagnenfähigkeit", sagte Münzenmaier. Die AfD werde spätestens im Wahljahr 2029 dafür sorgen, dass es überall in Rheinland-Pfalz "starke blaue Bastionen" gebe. Der Versicherungs- und Finanzanlagenfachmann gilt - anders als Bollinger - schon lange als prägende Figur des Landesverbands. Er ist in der Bundespartei gut vernetzt. Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Wolfgang Schroeder aus Kassel ist er Teil des völkischen Flügels der AfD. Der gebürtige Darmstädter Münzenmaier war Mitglied der Partei Die Freiheit. 2013 trat er in die AfD ein - und in die Junge Alternative, deren Landesvorsitzender er rund ein Jahr war. Seit 2015 ist er Vorsitzender der AfD Mainz. Für den Bundestag kandidierte er zuletzt im Wahlkreis Kaiserslautern. © dpa-infocom, dpa:260609-930-193223/1