Energiekrise: Treibstoff für Lufthansa-Flüge im Sommer gesichert

Datum27.05.2026 11:53

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Lufthansa schließt Treibstoffengpässe für Sommerflüge aus, trotz Bedenken wegen der Sperrung der Straße von Hormus. Nur ein Viertel der europäischen Kerosinlieferungen muss diese Route passieren und wird durch Importe aus anderen Regionen sowie höhere Produktion europäischer Raffinerien kompensiert. Kunden können bedenkenlos buchen, bei Engpässen werden kostenlose Umbuchungen oder volle Erstattungen zugesichert. Höhere Kosten für Flüge werden nicht ausgeschlossen.

InhaltDie Sperre der Straße von Hormus sorgt für Befürchtungen eines Kerosinmangels zur Urlaubssaison. Die Lufthansa schließt das für ihre Flüge aus. Der Lufthansa-Konzern befürchtet keine Engpässe bei Treibstoff für Sommerflüge. "An allen sechs europäischen Drehkreuzen der Lufthansa Group (...) sowie an anderen Flughäfen im Ausland gibt es von unseren Lieferanten keine Anzeichen dafür, dass die Treibstoffversorgung im Sommer gefährdet ist", sagte Vorstandsmitglied Dieter Vranckx laut einer Mitteilung des Unternehmens. Hintergrund der Befürchtungen eines Kerosinmangels bei Airlines in der Urlaubssaison ist der Irankrieg und die Sperre der Straße von Hormus, die wichtig für den internationalen Ölhandel ist. "Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden", sagte die Technik-Vorständin der Lufthansa, Grazia Vittadini, Anfang April. Vranckx zufolge bestehen diese Befürchtungen im Hinblick auf die Flüge im Sommer nicht mehr. "Nur knapp ein Viertel der für Europa bestimmten Kerosinlieferungen muss die Straße von Hormus passieren", sagte er. Die Lieferungen würden durch Importe aus den USA und aus Afrika kompensiert. Zudem hätten europäische Raffinerien ihre Kerosinproduktion auf das maximale Niveau hochgefahren.  Kunden könnten bedenkenlos Flüge buchen, sagte Vranckx. Soll es "wider Erwarten" zu Treibstoffengpässen kommen, würden Flüge umgebucht oder die Kosten vollständig erstattet. Das gelte für sämtliche Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte Anfang Mai, Ausfälle von Flügen durch Kerosinmangel seien nicht zu erwarten. Allerdings müssten sich Flugreisende womöglich auf höhere Kosten einstellen. Ob Flüge teurer würden oder entfielen, sei jedoch ein Unterschied, vor dessen Hintergrund "manche öffentliche Diskussion doch weit überzogen" scheine, sagte Reiche.  Innerhalb eines Monats nach Beginn des Irankrieges hatte sich Kerosin deutlich stärker verteuert als Rohöl und Sprit. Während Öl zeitweise um bis zu 60 Prozent und Diesel um weniger als 40 Prozent teurer wurde, war der Kerosinpreis Ende März um etwa 90 Prozent höher als vor Kriegsbeginn.