Datum24.05.2026 14:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRVfL Wolfsburg Trainer Dieter Hecking ließ sich vom drohenden Abstieg nicht beirren und besuchte stattdessen eine Landesgartenschau, statt das Pokalfinale zu schauen. Seine Konzentration gilt dem Relegations-Rückspiel gegen Paderborn, wo ein Sieg zum Klassenerhalt nötig ist. Hecking sieht darin eine Chance und schöpft Hoffnung aus der positiven Entwicklung seit seiner Rückkehr im März. Er betont die Wichtigkeit, auch mal abzuschalten und Zeit mit der Familie zu verbringen.
InhaltDem VfL Wolfsburg droht am Montagabend der Abstieg aus der Bundesliga. Trainer Dieter Hecking lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen – und will am Wochenende von Fußball nichts wissen. Den Gedanken an das Abstiegsendspiel entfloh Dieter Hecking für einen Moment. Als Fußballfans am Samstag über den Dreifachtorschützen Harry Kane und die Bayern staunten, schaltete er in der grünen Lunge Niedersachsens ab. "Ich war auf der Landesgartenschau", sagte der Trainer des VfL Wolfsburg, "ich habe nichts gesehen vom Pokalfinale." Seine ganze Kraft braucht Hecking schließlich, um den Absturz der Wölfe in die 2. Liga noch irgendwie abzuwenden. Im Relegations-Rückspiel am Pfingstmontag (20.30 Uhr, TV: Sat.1 und Sky) beim Zweitligisten SC Paderborn liegt der Druck bei den Wolfsburgern. Nach dem 0:0 aus dem Hinspiel müssen sie in Ostwestfalen gewinnen, wenn der VW-Klub nicht erstmals aus der Fußball-Bundesliga absteigen soll. "Wir wollten das Finale. Jetzt spielen wir es. Und wir haben alle Möglichkeiten, die Klasse zu halten", sagte Hecking, der sich bei der Pressekonferenz am Sonntag gelassen gab. Als Hecking im März nach Wolfsburg zurückkehrte, stand der VfL noch vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. Den direkten Abstieg verhindert und den Hauptkonkurrenten FC St. Pauli am letzten Bundesliga-Spieltag geschlagen zu haben, wertet er vor dem Relegations-Rückspiel als positive Erfahrung. Der 61-Jährige erzählte davon, wie er den Samstag mit seiner Familie in den Schaugärten Bad Nenndorfs verbrachte, anstatt aus dem DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart (3:0) mögliche Erkenntnisse für seine Mission Klassenerhalt abzuleiten. "Es war für mich ein entspannter Familientag", sagte Hecking. "Meine Kinder waren alle da. Meine Enkelkinder waren alle da. Das muss man auch machen. Warum soll ich mein Leben nur wegen eines Spieles umändern? Ich genieße das, auch mal nicht an Fußball zu denken", ergänzte er. Dort, so Hecking, sei die Relegation "nicht das größte Thema" gewesen. Dennoch hätte ihn so manch einer darauf angesprochen. "Es gibt nicht nur Leute, die sagen: 'Hoffentlich steigt ihr ab.' Es gibt schon Leute, die uns viel Glück wünschen. Und das spüre ich eben auch." VfL Wolfsburg in der Bundesliga-Relegation: Wie Hecking aus einem überteuerten Kader ein Team geformt hat, lesen Sie hier