Datum24.05.2026 08:36
Quellewww.zeit.de
TLDRBei einem nächtlichen russischen Raketenangriff auf Kyjiw wurden vier Menschen getötet und 21 verletzt. Es gab Berichte über den Einsatz von Hyperschallraketen. 40 Gebäude wurden beschädigt. Polen sicherte seinen Luftraum. Der Angriff wird als Reaktion auf einen ukrainischen Angriff im besetzten Luhansk angesehen.
InhaltBei einem großen russischen Raketenangriff auf Kyjiw wurden vier Menschen getötet und 21 verletzt. Russland soll auch Hyperschallraketen eingesetzt haben. Russland hat in der Nacht die ukrainische Hauptstadt Kyjiw mit einer Serie von Raketenangriffen getroffen. Dabei wurden nach Angaben des Chefs der örtlichen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, vier Menschen getötet – zwei in der Hauptstadt und zwei im Umland – und 21 weitere Menschen verletzt. Insgesamt wurden 40 Gebäude beschädigt. Bürgermeister Vitali Klitschko forderte die Bevölkerung in den frühen Morgenstunden auf, weiter in den Schutzräumen zu bleiben. Medienberichten zufolge gab es in der Hauptstadt eine Reihe von Explosionen; mehrere Brände brachen aus, darunter einer in der Nähe des Regierungsviertels. Unbestätigten Angaben zufolge soll Russland dabei auch Hyperschallraketen und Marschflugkörper eingesetzt haben. Tkatschenko hatte zunächst von einem Angriff mit ballistischen Raketen gesprochen; unklar ist, ob auch die neuartige Oreschnik-Mittelstreckenrakete zum Einsatz kam. Nach Angaben von Vitali Klitschko sind in allen Stadtteilen Schäden durch die nächtlichen Angriffe zu verzeichnen. Auch andere Landesteile der Ukraine wurden in der Nacht attackiert. Als Reaktion auf den Angriff sicherte Polen vorsorglich seinen eigenen Luftraum – ein bei größeren Angriffen auf die Ukraine übliches Vorgehen, das mitunter auch den Aufstieg von Kampfjets der Nato-Partner einschließt. Hintergrund des Angriffs dürfte ein ukrainischer Angriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im russisch besetzten Gebiet Luhansk sein, bei dem nach russischen Angaben mindestens 18 Studierende getötet wurden. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sein Verteidigungsministerium daraufhin zu einer Reaktion aufgefordert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte noch am Vorabend vor einem bevorstehenden Angriff mit der Oreschnik-Rakete gewarnt und die Weltgemeinschaft zu einer vorbeugenden Reaktion aufgerufen.