Zahlen der Bundesnetzagentur: SMS-Nutzung bricht stark ein

Datum24.05.2026 08:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie SMS-Nutzung in Deutschland ist dramatisch eingebrochen. Laut Bundesnetzagentur wurden 2025 nur noch 2,9 Milliarden SMS verschickt, ein Rückgang von fast 50% im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend wird durch kostenlose Messenger-Dienste wie WhatsApp und die Umstellung von Banken auf alternative Verifizierungsmethoden beschleunigt. Auch traditionelle Festnetzgespräche sinken deutlich.

InhaltWie passt eine Nachricht in 160 Zeichen? Für viele Bürger war das lange eine relevante Frage – und die SMS war ein Massenphänomen. Heute führt der Short Message Service nur noch ein Schattendasein. Die SMS war eine Revolution in der Kommunikation, das Verschicken einer Kurznachricht bekam sein eigenes Verb und einen Eintrag im Duden: simsen. Die technische Beschränkung auf 160 Zeichen schuf eine eigene Abkürzungskultur. Was konnte man noch weglassen, ohne dass eine Botschaft unverständlich wurde? Zur Hochzeit der Sims-Begeisterung verschickten die Deutschen fast 60 Milliarden Kurznachrichten im Jahr. Doch seit die ersten Smartphones auf dem Markt erschienen, seit kostenlose Messenger- und Chatdienste wie WhatsApp, Threema, Signal oder Facebook Messenger zur Verfügung stehen, ist die Nutzung der SMS stark zurückgegangen. Wie die Bundesnetzagentur jetzt auf Anfrage mitteilte, hat sich der Niedergang der Kurznachricht noch einmal beschleunigt: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland gerade noch 2,9 Milliarden SMS verschickt. Damit hat sich die Anzahl binnen eines Jahres fast halbiert, 2024 waren es den Angaben zufolge 5,2 Milliarden gewesen. Pro aktiver SIM-Karte waren es monatlich im Schnitt etwa zwei Kurznachrichten. Dabei hilft auch nicht, dass die einst relativ teuren Nachrichten inzwischen keine Zusatzkosten erzeugen, da sie in der Regel in den üblichen Flatrate-Tarifen enthalten sind. Allerdings fielen die SMS-Rückgänge für einige Zeit eher moderat aus: 2022 wurden laut Bundesnetzagentur 5,8 Milliarden SMS verschickt, 2023 5,3 Milliarden und 2024 5,2 Milliarden – es ging zwar nach unten, aber nicht besonders stark. Das hat sich nun geändert. Der besonders deutliche Rückgang im vergangenen Jahr dürfte auch daran gelegen haben, dass viele Banken und andere Firmen keine SMS mehr verschicken, damit sich ihre Kunden verifizieren können. Stattdessen werden andere Sicherheitsmechanismen genutzt. Vodafone bestätigte die Entwicklung, auch im Vodafone-Netz sackte die Anzahl der SMS deutlich ab. "Die SMS verliert an Bedeutung: Wir chatten längst über WhatsApp und Co. – vor allem die Jüngeren", sagt Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. "Und auch Banken und Onlinedienste steigen immer öfter auf Apps und moderne Sicherheitsverfahren um. Das Ergebnis ist ein deutliches Datenwachstum im Netz und immer weniger SMS." Der Manager geht davon aus, dass sich der Trend weg von der SMS in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Nicht nur das Interesse an SMS, sondern auch am klassischen Festnetz-Telefon sinkt merklich. Der Bundesnetzagentur zufolge waren es im vergangenen Jahr 47 Milliarden Gesprächsminuten über Festnetz-Telefone und damit 10 Milliarden weniger als 2024. Auch hier hat sich der Rückgang beschleunigt, 2024 hatte das Minus noch sieben Milliarden Minuten betragen. Die Mobilfunk-Minuten wiederum sanken 2025 um 16 auf 132 Milliarden Gesprächsminuten: Anstatt klassische Telefonate zu führen, nutzen viele Bundesbürger die Video- oder Audio-Funktion für Gespräche über Internetdienste wie WhatsApp und Co.