Zivilschutz: DRK: Bevölkerungsschutz praxisnah in Schulen vermitteln

Datum24.05.2026 05:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDas DRK fordert die stärkere Integration von Zivilschutzinhalten in Schulen, um lebenspraktische Kompetenzen wie Erste Hilfe zu vermitteln. Angesichts der veränderten Bedrohungslage, u.a. durch den Ukraine-Krieg, betont das DRK die strategische Bedeutung Brandenburgs als möglicher Krisen-Knotenpunkt. Es besteht Nachholbedarf bei der Vorbereitung sozialer Einrichtungen und der Sicherstellung kritischer Infrastruktur. Das DRK fordert zudem niedrigschwellige Ausbildungsformate für die Bevölkerung zur effektiven Unterstützung im Ernstfall.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Zivilschutz“. Lesen Sie jetzt „DRK: Bevölkerungsschutz praxisnah in Schulen vermitteln“. Der Schutz der Bevölkerung bei Krisen und im militärischen Ernstfall sollte aus Sicht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schon im Klassenzimmer beginnen. Es sei wichtig, die Inhalte des Bevölkerungsschutzes stärker in die Bildung zu integrieren, sagte eine DRK-Sprecherin.  Es gehe darum, lebenspraktische Kompetenzen zu vermitteln, die in Krisensituationen entscheidend seien - darunter Erste Hilfe, Grundlagen des Selbstschutzes und Wissen über Hilfsstrukturen. "Wirksamer Bevölkerungsschutz beginnt bei einer informierten, vorbereiteten und handlungsfähigen Bevölkerung", so der DRK-Landesverband.  Zentrale Ost-West-Verkehrsachsen und Hauptstadt-Nähe - im Verteidigungsfall kann gerade Brandenburg nach Einschätzung des DRK zu einer zentralen Drehscheibe werden. Brandenburg werde im Ernstfall zu einem strategisch wichtigen Knotenpunkt, so die Hilfsorganisation. Mit seiner Lage als Nachbar Berlins übernehme das Land eine "zentrale Rolle als Versorgungs-, Ausweich- und Unterstützungsraum für die Hauptstadt".  Mt Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und hybride Angriffe - dazu zählen etwa Sabotage, Spionage, Desinformation - sieht die Bundesregierung einen gestiegenen Bedarf, Deutschland krisenfester zu machen. Bei der neuen Strategie für den Zivil- und Bevölkerungsschutz geht es um Milliarden-Investitionen, aber auch um die Verfügbarkeit von ehrenamtlichem Personal und private Vorsorgemaßnahmen. Der Bund will unter anderem auf eine zunehmende Verankerung von Zivilschutz bereits im Schulunterricht hinwirken. Hilfsorganisationen und Landkreise sehen Nachholbedarf, um auf Zivilschutz-Szenarien ausreichend vorbereitet zu sein. Ein oft unterschätzter Bereich sei die Vorbereitung sozialer Einrichtungen - etwa von Pflege- und anderen Hilfseinrichtungen. Krisenkonzepte seien für Pflegeeinrichtungen vorgeschrieben, allerdings nicht für andere soziale Einrichtungen etwa für Menschen mit Behinderungen, sagte der Katastrophenschutzbeauftragte des DRK-Landesverbands, Lee-J. Schumann. Dazu gehöre die Vorbereitung einer Notstromversorgung im Fall eines Blackouts.  Angesichts einer veränderten Bedrohungslage bleibe viel zu tun, teilte auch der Landkreistag mit. Genannt wird unter anderem die Sicherstellung der Notstromversorgung kritischer Infrastruktur, die Ausstattung von Katastrophenschutz und Feuerwehren sowie eine Stärkung der Ausbildung im Ehrenamt. "Im Ernstfall wird es auf viele helfende Hände ankommen - auch aus der Bevölkerung. Dafür müssen flexible und niedrigschwellige Ausbildungsformate bereitstehen, die Menschen schnell befähigen, sinnvoll zu unterstützen", so auch das DRK Brandenburg. © dpa-infocom, dpa:260524-930-122370/1