Datum24.05.2026 02:56
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Belgrad demonstrierten Zehntausende gegen die serbische Regierung, die für Korruption und Misswirtschaft verantwortlich gemacht wird. Anlass waren tödliche Unglücke, die zur Forderung nach Neuwahlen führten. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, und es kam zu Zusammenstößen mit Maskierten, bei denen laut Ministerium 23 Personen festgenommen und Polizisten verletzt wurden. Die Proteste dauern seit Ende 2024 an.
InhaltWieder haben in der serbischen Hauptstadt Belgrad Zehntausende Menschen gegen die Regierung protestiert. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein. In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben erneut Zehntausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić demonstriert. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten gegen die Menge ein. Am Rande der Proteste kam es zu Zusammenstößen zwischen unbekannten Maskierten und der Polizei. Laut Innenminister Ivica Dačić wurden 23 Personen festgenommen. Etwa einen Kilometer vom Kern der Proteste auf dem zentralen Slavija-Platz entfernt feuerten maskierte Männer Feuerwerkskörper in Richtung der Polizei ab. Einige Polizisten seien dabei verletzt worden, sagte Dačić. In der Vergangenheit hatten bei ähnlichen Massenprotesten – wie sich im Nachhinein herausstellte – eingeschleuste Provokateure ähnliche Gewalttaten verübt. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstrierenden auf 34.300, während eine Beobachtergruppe von rund 100.000 sprach. Seit Ende 2024 kommt es in Belgrad immer wieder zu Protesten gegen die Regierung. Damals waren bei dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad 16 Menschen ums Leben gekommen. Die Demonstrierenden machen die Regierung für das Unglück verantwortlich und werfen ihr Misswirtschaft und Korruption vor. Sie fordern vorgezogene Neuwahlen. Die nächste reguläre Parlamentswahl müsste Ende 2027 stattfinden.