Datum06.05.2026 05:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRZwei US-Soldaten sind während des internationalen Militärmanövers "African Lion 2026" in Marokko verschwunden. Sie werden seit Samstagabend am Cap Draa gesucht, nachdem sie offenbar nach einer Wanderung ins Meer gestürzt sind. Die Suchaktion mit diversen Mitteln läuft. Eine Verbindung zum Terrorismus wird ausgeschlossen; es wird von einem Unfall ausgegangen.
InhaltHubschrauber, Drohnen, Boote, Taucher und Bergretter suchen seit Tagen: Zwei US-Soldaten sind in Marokko verschwunden – offenbar nach einer Wanderung in Meeresnähe. Während eines internationalen Militärmanövers in Marokko sind zwei US-Soldaten als vermisst gemeldet worden. Wie die US-Armee und die marokkanischen Streitkräfte am Sonntag mitteilten, verschwanden die Militärangehörigen am Samstagabend im Süden des Landes. Eine Suchaktion ist seither im Gange. Nach Angaben der marokkanischen Streitkräfte beim Onlinedienst Facebook verschwanden die Soldaten in der Nähe einer Klippe am Cap Draa in der Region Tan-Tan. An der koordinierten Suche beteiligten sich marokkanische, US-amerikanische und weitere an der Übung teilnehmende Truppen. Dabei kämen Einheiten am Boden, in der Luft und auf See zum Einsatz. Das in Stuttgart ansässige Regionalkommando der US-Armee für Afrika (Africom) bestätigte das Verschwinden der Soldaten. "Ich kann bestätigen, dass dieser Vorfall nicht mit Terrorismus in Verbindung steht, sondern offenbar ein Unfall war", sagte ein US-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. "Erste Berichte deuten darauf hin, dass die beiden Soldaten ins Meer gestürzt sein könnten." Ein Soldat sprang dem anderen wohl hinterher, um ihn zu retten. Der Vorfall in Atlantik-Nähe werde untersucht, die Suche mit mehreren Hubschraubern, Drohnen, Booten, Tauchern und Bergrettern dauert an. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die vermissten Soldaten nach der Übung wandern gegangen ware. AFP konnte das nicht unabhängig bestätigen. Das Militärmanöver "African Lion 2026" hatte Ende April in der südmarokkanischen Stadt Agadir begonnen. An der Übung, die noch bis zum 8. Mai andauert, nehmen fast 5000 Militärangehörige aus mehr als 40 Ländern teil. Marokko ist laut Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri mittlerweile Afrikas größter Waffenimporteur. Hauptlieferanten sind die USA, Frankreich – und Israel. Marokko hatte Ende 2020 im Zuge der sogenannten Abraham-Abkommen, die US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit auf den Weg gebracht hatte, seine Beziehungen zu Israel normalisiert.