Datum09.01.2026 13:28
Quellewww.spiegel.de
TLDREine ägyptische Tennisspielerin, Hajar Abdelkader, sorgte bei einem ITF-Turnier in Nairobi für Aufsehen, nachdem sie in einem Match 0:6, 0:6 verlor und dabei zahlreiche Doppelfehler machte. Der Veranstalter Tennis Kenya gestand ein, dass die Wildcard an Abdelkader nicht hätte vergeben werden dürfen, da sie nicht als ägyptische Spielerin registriert war und keine ausreichende Erfahrung hatte. Der Vorfall soll die Entwicklung des Tennissports in Afrika fördern, was nun überdacht wird.
InhaltEine ägyptische Tennisspielerin hatte eine Wildcard für ein Profiturnier erhalten. Ein Video von dem Match ließ jedoch Zweifel aufkommen, ob die 21-Jährige zuvor jemals Tennis gespielt hatte. Nun reagierten die Verbände. Nachdem Videos einer überforderten Tennisspielerin im Internet für Aufsehen gesorgt hatten, hat der Turnierveranstalter einen Fehler bei der Ansetzung zugegeben. "Im Nachhinein räumt Tennis Kenya ein, dass diese Wildcard nicht hätte vergeben werden dürfen. Der Verband hat diesen Vorfall zur Kenntnis genommen und wird sicherstellen, dass ein solch äußerst seltener Fall nie wieder vorkommt", hieß es in einer Erklärung vom kenianischen Verband, deren Echtheit der Nachrichtenagentur dpa bestätigt wurde. Zuvor hatte unter anderem die Nachrichtenagentur AP berichtet. Was war passiert? Die 21-jährige Hajar Abdelkader, die unter ägyptischer Flagge antrat, hatte beim ITF-Turnier in Nairobi gegen die Deutsche Lorena Schädel (Nummer 1024 der Welt) in 37 Minuten 0:6, 0:6 verloren und dabei 20 Doppelfehler gemacht. Insgesamt vermittelte die Spielerin den Eindruck, lediglich auf Anfängerlevel zu spielen, wie Videos im Internet zeigen , die von mehreren Medien aufgegriffen wurden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die ITF Womens World Tennis Tour ist die dritthöchste Turnierserie im Tennis bei den Frauen nach der WTA Tour und der WTA Challenger Series. Tennis Kenya richtete das W35-Turnier der International Tennis Federation aus. "Frau Abdelkader gab an, über ausreichend Wettkampferfahrung zu verfügen, und die Wildcard wurde ihr auf Basis dieser Informationen ausgestellt", gab Tennis Kenya an. Zunächst sei eine andere Spielerin vorgesehen gewesen, doch diese hatte ihren Start im Hauptfeld kurzfristig abgesagt. "Frau Abdelkader war zu diesem Zeitpunkt die einzige andere Spielerin, die eine Wildcard beantragt hatte", gab Tennis Kenya an. Mit der Zusage habe man auch "die Entwicklung des Tennissports in Afrika" fördern wollen. Der ägyptische Tennisverband gab gegenüber der britischen BBC an, dass Abdelkader nie als ägyptische Spielerin registriert und nicht im Namen Ägyptens für das Turnier gemeldet war. Man habe "weder direkt noch indirekt irgendeine Rolle bei der Nominierung, Genehmigung oder Ausstellung dieser Wildcard" gespielt, sagte der Technische Direktor des ägyptischen Tennisverbandes, Dia Nabil Loutfy. Die Spielerin hätte laut den Informationen des Verbandes zuvor in Kenia gelebt. Tennis Kenya gab an, beide beteiligten Spielerinnen kontaktiert zu haben, um ihnen Unterstützung anzubieten.