Datum09.01.2026 16:15
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Bürgerkrieg im Sudan dauert seit 1.000 Tagen an, wodurch 34 Millionen Menschen unter Hunger, Wasser- und Unterbringungsmangel leiden. Über 21 Millionen Menschen sind akut hungernd, während 9,3 Millionen im Land und mehr als 4,3 Millionen aus dem Land geflohen sind. Deutschland plant am 15. April eine Konferenz zur Förderung des Friedens. Beide Konfliktparteien, die Armee und die RSF-Miliz, sind wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in der Kritik.
InhaltSeit 1.000 Tagen dauert der Bürgerkrieg im Sudan an. Die Vereinten Nationen berichten von Hungersnöten und einem Mangel an Unterkünften. Deutschland plant eine Konferenz. Nach 1.000 Tagen Bürgerkrieg im Sudan fehlt es dort rund 34 Millionen Menschen an Nahrung, Wasser oder sicheren Unterkünften. Das hat das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe in Genf mitgeteilt. Die Vereinten Nationen bezeichnen das Leid der Zivilisten als weitreichend. Mehr als 21 Millionen Menschen leiden demzufolge unter akutem Hunger. In zwei Gebieten gebe es eine Hungersnot. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hat der Konflikt Leben zerstört, Gemeinschaften entwurzelt und die größte Vertreibungskrise der Welt ausgelöst. Seit Beginn des Bürgerkriegs sei fast jeder dritte Einwohner vertrieben worden. Insgesamt registrierte die IOM 743 Vorfälle, die Menschen zur Flucht zwangen. 524 Ereignisse standen in Bezug zum Konflikt, bei 219 handelte es sich um Naturkatastrophen, darunter Überschwemmungen und Brände. Aktuell befinden sich dem IOM zufolge 9,3 Millionen Menschen im Land auf der Flucht. Das UN-Büro sagt, mehr als 4,3 Millionen Kinder, Frauen und Männer seien über die Landesgrenzen geflüchtet. Am Freitag teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin mit, dass Deutschland am 15. April eine Konferenz zum Sudan ausrichten werde. Ziel sei es, die Friedensbemühungen voranzubringen. Im vergangenen Jahr fand die Konferenz in London statt, 2024 in Paris. Seit Mitte April 2023 gibt es im Sudan einen Konflikt zwischen der Armee und der RSF-Miliz. UN-Ermittler werfen beiden Seiten schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen vor.