Datum09.01.2026 13:33
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Südliche Übergangsrat (STC) im Jemen hat sich selbst aufgelöst, nachdem sein Vorsitzender Aidarus al-Subaidi in die VAE geflohen ist. Der STC strebte eine Unabhängigkeit des Südjemen an, was jedoch im Widerspruch zu Saudi-Arabiens Interessen steht. Nach Kämpfen und Luftangriffen eroberten saudisch unterstützte Truppen die Hauptstadt von Hadramaut. Die Emirate zogen ihre Truppen zurück, während der STC eine Verfassung für eine unabhängige Nation ankündigte, gefolgt von einem geplanten Referendum zur Selbstbestimmung.
InhaltDer Süden des Jemen soll nach dem Willen des dortigen Übergangsrats wieder unabhängig werden. Nach der Flucht seines Anführers will der Rat nun nicht länger bestehen. Im Jemen hat sich der separatistische Südliche Übergangsrat (STC) selbst aufgelöst. Der Generalsekretär des Rates, Abdulrahman Dschalal al-Sebaihi, sagte im Staatsfernsehen, dass alle Einrichtungen des STC mit sofortiger Wirkung geschlossen werden. Einen Tag zuvor war der Vorsitzende Aidarus al-Subaidi nach Angaben aus Saudi-Arabien in die Vereinigten Arabischen Emirate geflohen. Der STC wurde von den Emiraten unterstützt und setzte sich für die Wiederherstellung eines eigenen Staates Südjemen ein, wie er vor 1990 existierte. Saudi-Arabien sieht dieses Ziel jedoch als Gefahr für die eigenen Interessen. Beide Länder gehören eigentlich zur gleichen Militärallianz, die im Jemen gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft – sind untereinander aber zerstritten. Ende vergangenen Jahres eroberten Separatisten einen Großteil der Provinzen Hadramaut und Mahra, darunter wichtige Ölanlagen und das Grenzgebiet zum Oman. Saudi-Arabien bombardierte daraufhin Ziele im Südjemen. Ende Dezember erklärten die Emirate, sie zögen ihre Truppen aus dem Jemen zurück. Kurz darauf kündigte der STC eine Verfassung für eine unabhängige Nation im Süden des Landes an. Al-Subaidi sagte in einer Videoansprache, die Verfassung werde für zwei Jahre in Kraft sein. Anschließend werde es ein Referendum über das Recht der Bevölkerung im Süden des Landes auf Selbstbestimmung geben. Doch von Saudi-Arabien unterstützte Truppen der international anerkannten Regierung des Jemen eroberten nach tagelangen Luftangriffen die Hauptstadt von Hadramaut. Das Führungsgremium der jemenitischen Anti-Huthi-Koalition schloss Al-Subaidi aus und warf ihm Hochverrat vor. Der Sprecher der von Riad geführten Anti-Huthi-Koalition im Jemen, Turki al-Maliki, sagte, Al-Subaidi habe eine große Streitmacht verlegt, darunter gepanzerte Fahrzeuge, Kampffahrzeuge, schwere und leichte Waffen sowie Munition.