US-Angriff auf Venezuela: Donald Trump sagt zweiten Angriff auf Venezuela ab

Datum09.01.2026 13:37

Quellewww.zeit.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump hat einen zweiten Angriff auf Venezuela vorerst abgesagt, aufgrund der Freilassung politischer Gefangener und einer besseren Zusammenarbeit in der Öl- und Gasinfrastruktur. Trump kündigte Investitionen von mindestens 100 Milliarden Dollar in die venezolanische Ölindustrie an und plant ein Treffen im Weißen Haus. Trotz der größten Ölreserven der Welt ist die venezolanische Ölindustrie stark angeschlagen. Die Sicherung von US-Kriegsschiffen vor der venezolanischen Küste bleibt bestehen, während Nicolás Maduro in den USA wegen Drogendelikten angeklagt ist.

InhaltDie USA wollen Venezuela wegen guter "Kooperation" vorerst nicht erneut angreifen. Der US-Präsident plant Milliardeninvestitionen in die venezolanische Ölindustrie. Ein zweiter Angriff auf Venezuela ist US-Präsident Donald Trump zufolge vorerst abgesagt. Als Gründe nannte er auf seiner Onlineplattform Truth Social unter anderem die Freilassung von politischen Gefangenen in dem südamerikanischen Land und die gute Zusammenarbeit der beiden Länder unter anderem bei der Öl- und Gasinfrastruktur. US-Kriegsschiffe sollen aus Sicherheitsgründen vor der venezolanischen Karibikküste nicht abgezogen werden. Die Regierung in Caracas hatte zuvor die Freilassung zahlreicher venezolanischer und ausländischer Häftlinge angekündigt, darunter sollen Medienberichten zufolge prominente Oppositionelle wie die Menschenrechtlerin Rocío San Miguel sein. Trump bezeichnete die Freilassung als "sehr wichtige und kluge Geste" der Friedenssuche. Der US-Präsident kündigte zudem Investitionen großer Ölkonzerne in Höhe von "mindestens 100 Milliarden Dollar" in die venezolanische Ölindustrie an. Ein Treffen dazu im Weißen Haus solle noch am Freitag folgen. Die venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur solle "in einer wesentlich größeren, besseren und moderneren Form", wiederaufgebaut werden, teilte Trump mit. Am vergangenen Wochenende hatten US-Soldaten den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro in Venezuela festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Dort soll ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Seine Nachfolgerin und vorherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez gilt als Anhängerin Maduros und hat die Gefangennahme als völkerrechtswidrige Aggression verurteilt.  Seit September hatte das US-Militär vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten positioniert und immer wieder einzelne Schiffe, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren, angegriffen. Der US-Präsident hatte schon zuvor Ansprüche angemeldet, an Einnahmen aus dem venezolanischen Ölexport beteiligt zu werden. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert. Trotz der enormen Reserven ist Venezuelas Ölindustrie marode. Die Förderung liegt mit rund 1,2 Millionen Barrel pro Tag deutlich unter dem Niveau von fast drei Millionen Barrel vor 20 Jahren. Dennoch ist Öl die wichtigste Devisenquelle des Landes. Der Wiederaufbau der maroden venezolanischen Ölindustrie dürfte nach Einschätzung von Experten Jahre dauern und hohe Investitionen erfordern. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zu Venezuela und den USA in unserem Liveblog.