Wildtiere: Sechs Wölfe leben dauerhaft in Hessen

Datum09.01.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Hessen haben sich mindestens sechs Wölfe dauerhaft angesiedelt, und es wurden drei Territorien festgestellt. Wölfe gelten erst als sesshaft, wenn sie mindestens sechs Monate in einem Gebiet nachgewiesen werden. Der Wolf war in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert ausgerottet, kehrte jedoch 2008 nach Hessen zurück. Im aktuellen Monitoringjahr wurden 15 Wölfe nachgewiesen, und es gab 25 gesicherte Angriffe auf Nutztiere, insbesondere Schafe.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wildtiere“. Lesen Sie jetzt „Sechs Wölfe leben dauerhaft in Hessen“. In Hessen haben sich mindestens sechs Wölfe dauerhaft niedergelassen. "Das bedeutet, sie wurden mindestens sechs Monate in einem bestimmten Gebiet mehrfach nachgewiesen", teilte das Wolfszentrum in Kassel mit. Welpen und Jährlinge werden nicht dazugerechnet, da nur erwachsene Wölfe als sesshaft gelten.  Wölfe bekommen höchstens einmal im Jahr Nachwuchs. Die Jungtiere wandern in der Regel nach der Geschlechtsreife im Alter von etwa 22 Monaten ab und suchen sich ein eigenes Territorium.  Der Wolf galt in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Von Polen aus wanderten schließlich wieder erste Tiere ein. Im Jahr 2008 war in Hessen der erste Wolf wieder heimisch geworden, und zwar im nordhessischen Reinhardswald.  Nach den bisherigen Erkenntnissen des Wolfszentrums gibt es mittlerweile wohl drei Territorien mit sesshaften Wölfen in Hessen. So lebt in Greifenstein (Lahn-Dill-Kreis) wahrscheinlich ein Wolfspaar. In Rüdesheim wurde ein Rudel mit mindestens drei Welpen nachgewiesen, in Waldkappel (Werra-Meißner-Kreis) besteht ein Rudel aus den Elterntieren und mindestens zwei Welpen. Ein Wolfsterritorium ist zwischen 150 und 350 Quadratkilometer groß und erstreckt sich daher häufig über mehrere Kommunen. Insgesamt wurden im aktuellen Monitoringjahr (Mai 2025 bis April 2026) in Hessen durch Genproben etwa an Kot oder Haaren insgesamt 15 Wölfe nachgewiesen. Mindestens 113 Nutztiere wurden bislang in diesem Zeitraum von Wölfen angegriffen. Insgesamt gelten 25 Wolfsangriffe als gesichert, bei 8 weiteren Fällen ist ein Wolf als Angreifer nicht ausgeschlossen. Dazu gehören etwa die wiederholten Angriffe auf Schafe im November in Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis). Zu den gesicherten Wolfsübergriffen zählt ein Vorfall ebenfalls im November in Korbach (Waldeck-Frankenberg), bei dem ein Schaf getötet und ein weiteres verletzt wurde.  Im Westerwald waren Ende vergangenen Jahres mehrere Schafe gerissen worden. Erst traf es Tiere im rheinland-pfälzischen Liebenscheid, wenige Tage später wurden im hessischen Driedorf sieben tote Schafe entdeckt. Ob sie von Wölfen getötet worden waren, muss noch untersucht werden. © dpa-infocom, dpa:260109-930-518146/1