Datum09.01.2026 02:21
Quellewww.zeit.de
TLDRDie syrische Übergangsregierung hat in Aleppo eine Waffenruhe verkündet, um eine weitere militärische Eskalation zu verhindern. Die Waffenruhe gilt für die Stadtviertel Scheich Maksud, Aschrafijeh und Bani Seid und trat in der Nacht in Kraft. In den letzten Tagen kam es zu tödlichen Kämpfen zwischen islamistischen Truppen und kurdischen Kämpfern, bei denen mindestens 21 Menschen starben und 46.000 vertrieben wurden. Die Kontrolle über diese Viertel bleibt trotz eines Abkommens aus dem März umstritten.
InhaltLaut Syriens Verteidigungsministerium soll die Waffenruhe eine "erneute Eskalation" verhindern. In zwei Stadtvierteln würden bereits in der Nacht die Gefechte stoppen. Nach tödlichen Gefechten in Aleppo hat die syrische Übergangsregierung eine Waffenruhe in mehreren Vierteln der Großstadt im Norden Syriens verkündet. Die Waffenruhe solle eine "erneute militärische Eskalation" verhindern. Sie werde in den Vierteln Scheich Maksud, Aschrafijeh und Bani Seid gelten und bereits in der Nacht in Kraft treten, teilte das syrische Verteidigungsministerium in der Nacht zum Freitag mit. Seit mehreren Tagen liefern sich Truppen der islamistischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer in Aleppo Gefechte, mindestens 21 Menschen wurden getötet. Die Angriffe von Regierungstruppen hatten zehntausende Menschen in der nordsyrischen Provinz zur Flucht veranlasst. Örtliche Behörden sprachen von mindestens 46.000 Vertriebenen. Zuvor hatte die syrische Armee die Zivilbevölkerung mehrfach aufgerufen, zwei kurdisch geprägte Viertel von Aleppo umgehend zu verlassen. Dort seien Einsätze gegen kurdische Kräfte sowie das Errichten eines "militärischen Sperrbezirks" geplant. Seit dem Sturz des Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 wird Aleppo von der neuen Übergangsregierung kontrolliert. Scheich Maksud und Aschrafijeh waren die einzigen Stadtviertel Aleppos, die nach dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad Ende 2024 nicht unter der Kontrolle der neuen Regierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa standen. Bis zuletzt wurden sie von Einheiten kontrolliert, die Verbindungen zu den Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) unter kurdischer Führung haben. Gemäß einem im März geschlossenen Abkommen sollten die zivilen und militärischen Institutionen der Kurden eigentlich bis zum Jahresende 2025 in die syrische Zentralregierung und Armee integriert werden. Zudem hatten die kurdischen Kämpfer zugestimmt, sich aus den beiden Stadtvierteln in Aleppo zurückzuziehen. Beides wurde jedoch bisher nicht umgesetzt.