Venezuela: Venezolanische Führung will zahlreiche Häftlinge freilassen

Datum08.01.2026 22:53

Quellewww.zeit.de

TLDRDie venezolanische Regierung kündigte die Freilassung zahlreicher Häftlinge als Zeichen des "Friedens" an, darunter die prominente Aktivistin Rocío San Miguel. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez nannte die Maßnahme einen Schritt zur Friedenssuche, ohne weitere Details zu nennen. San Miguel war zuvor wegen angeblicher Verschwörung gegen Präsident Nicolás Maduro inhaftiert. Die NGO Foro Penal schätzt, dass aktuell 806 politische Häftlinge in Venezuela sitzen. Zudem wurden US-Streitkräfte aktiv, indem sie Maduro und dessen Frau festnahmen.

InhaltAls eine Geste des "Friedens" kündigt Venezuelas Regierung Freilassungen an. Auch die prominente Aktivistin Rocío San Miguel ist nicht länger in Haft. Die venezolanische Führung hat die Freilassung einer großen Zahl venezolanischer und ausländischer Gefangener angekündigt. Laut Parlamentspräsident Jorge Rodríguez handelt es sich dabei um eine Geste "auf der Suche nach Frieden". Der Freilassungsprozess laufe bereits, Details nannte Rodríguez nicht. Spaniens Außenminister José Manuel Albares sagte, unter den Freigelassenen seien auch fünf spanische Staatsbürger, darunter die prominente spanisch-venezolanische Aktivistin Rocío San Miguel. Wie ihre Anwältin der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, geht es San Miguel nach ihrer Freilassung gut. Die Aktivistin war im Februar 2024 wegen einer angeblichen Beteiligung an einem Komplott gegen Machthaber Nicolás Maduro verhaftet worden. Ihr wurden "Verrat", "Terrorismus" und "Verschwörung" vorgeworfen. San Miguel war in der berüchtigten Haftanstalt El Helicoide in der Hauptstadt Caracas inhaftiert, in der die Geheimdienste unter anderem politische Häftlinge unterbringen.  Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation Foro Penal sitzen in Venezuela 806 Menschen aus politischen Gründen im Gefängnis. Die Organisation versucht nach eigenen Angaben derzeit herauszufinden, wer die weiteren Freigelassenen sind. In der Nacht zum Samstag hatten US-Streitkräfte bei einem Militäreinsatz Ziele in Venezuela angegriffen und Staatschef Maduro sowie dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen und in die USA gebracht. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme gesagt, Venezuela stehe nun unter der Kontrolle der USA. Die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, bezeichnete die Freilassung in einer Mitteilung als Beispiel dafür, wie Trump seinen Einfluss "maximal nutzt", um "das Richtige" für das US-amerikanische und das venezolanische Volk zu tun. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Krise in Venezuela in unserem Liveblog.