Datum08.01.2026 20:25
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Iran sind die Proteste nach einem Aufruf des im Exil lebenden Kronprinzen Reza Pahlavi erneut aufgeflammt, mit mindestens 45 getöteten Demonstranten, darunter acht Minderjährige. Die Sicherheitskräfte reagieren gewaltsam mit Schusswaffen und Tränengas, während das Internet stark eingeschränkt ist, um Informationen zu kontrollieren. Die Proteste wurden durch eine schwere Wirtschaftskrise und den Währungsabsturz ausgelöst und breiten sich landesweit aus, wobei Aufrufe gegen die autoritäre Regierung laut werden.
InhaltNach einem Aufruf des im Exil lebenden Kronprinzen Reza Pahlavi gibt es in mehreren Städten wieder heftige Proteste. Das Regime reagiert mit dem Einsatz von Tränengas, Schusswaffen und Internetblockaden. Bei den landesweiten Protesten in Iran sind Aktivisten zufolge mindestens 45 Demonstranten ums Leben gekommen – darunter acht Minderjährige. Wie die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights mitteilte, gehen die Sicherheitskräfte mit Schusswaffen gegen die Proteste vor. "Die Fakten zeigen, dass die Repressionen von Tag zu Tag gewalttätiger und umfassender werden", sagte Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam. Außenminister Johann Wadephul verurteilte das harte Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten. Es sei das Recht der Menschen in Iran, ihre Meinung friedlich zu vertreten, schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X. Am 12. Tag der Proteste ertönten in der iranischen Hauptstadt Teheran bei Einbruch der Dunkelheit in vielen Stadtteilen Protestrufe gegen die autoritäre Staatsführung. "Tod dem Diktator", riefen Menschen aus ihren Häusern. Nach Protestaufrufen von Reza Pahlavi, dem im Exil lebenden Sohn des 1979 gestürzten Schahs, kommt es auch in der iranischen Millionenmetropole Maschhad zu heftigen Straßendemonstrationen. In der zweitgrößten iranischen Stadt im Nordosten gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Demonstranten vor, wie Einwohner berichteten. Es sei "wie Krieg", sagten Augenzeugen. Das Internet ist unterdessen massiv eingeschränkt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Es kommen kaum noch dringen Nachrichten nach außen. Bereits bei früheren Protestwellen hatten die Behörden zu dieser Maßnahme gegriffen, um die Verbreitung von Bildern und Videos zu unterbinden. Ausgelöst wurde die neue Protestwelle in Iran durch die massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler spontan auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf weite Landesteile ausgeweitet.