Protest in Dresden: Landwirte fordern Nachbesserungen bei Mercosur-Abkommen

Datum08.01.2026 17:11

Quellewww.zeit.de

TLDRLandwirte protestierten an der Dresdner Frauenkirche gegen das geplante Mercosur-Freihandelsabkommen der EU mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Sie fordern Nachbesserungen, insbesondere eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung für Importprodukte und schützen lokale Standards. Die Landwirte warnen vor Wettbewerbsnachteilen durch günstigere, minderwertige Importe. Während die Unterzeichnung des Abkommens, das eine der größten Freihandelszonen schaffen würde, auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, sind Proteste auch in anderen Bundesländern und in Frankreich zu beobachten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Protest in Dresden“. Lesen Sie jetzt „Landwirte fordern Nachbesserungen bei Mercosur-Abkommen“. An der Dresdner Frauenkirche haben Landwirte für Nachbesserungen am geplanten Freihandelsabkommen der EU mit vier südamerikanischen Mercosur-Staaten protestiert. "Wir sind nicht gegen das Abkommen", sagte Robert Erdmann, Sprecher der Vereinigung Land schafft Verbindung (LSV) Sachsen. Es müsse aber neu verhandelt werden. Die Landwirte forderten etwa eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung. Wenn der Verbraucher etwa vor argentinischem Rindsteak stehe, müsse klar sein, dass dieses zu ungleichen Standard produziert wurde, so Erdmann. In Südamerika würden zudem Pflanzenschutzmittel eingesetzt, "die bei uns zu Recht schon seit 20 Jahren verboten sind". "Wenn wir unsere regionale einheimische Produktion auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sichern wollen, müssen wir hier ein ganz klares Zeichen setzen", ergänzte Marc Bernhardt vom LSV Sachsen. Regionale Produkte müssten Vorrang haben und gegen Billigimporte gesichert werden. Bei weiteren Aktionen in mehreren Bundesländern protestierten Landwirte an Autobahn-Anschlussstellen. Auch in Frankreich gab es Proteste. Mit dem Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Mitgliedern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay würde eine der weltweit größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern entstehen. Es soll vor allem Zölle abbauen und damit den Handel ankurbeln. Landwirte fürchten jedoch unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika. Bereits im Dezember sollte es zur Unterzeichnung kommen, diese wurde aber aufgeschoben. Zuvor hatte die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni mitgeteilt, dass sie noch nicht bereit sei, zuzustimmen. Frankreich ist schon länger gegen das Handelsabkommen. Dort war es immer wieder zu heftigen Protesten gekommen. Zu den Unterstützern gehören Deutschland und Spanien. © dpa-infocom, dpa:260108-930-516732/1